In diesem zweiten Teil soll es nochmal um die geopolitische Sicht der Dinge gehen. Als weißer Europäer fragt man sich, nachdem man erkannt hat, dass es rasend auf den Abgrund zu geht, wohin sollte man auswandern. Und da ich auch schon mehrfach meine Sicht auf die Entwicklung erklärt habe, möchte ich nun meine Gedanken dazu einmal niederlegen.
Als weißer Europäer gilt man in vielen Regionen der Welt automatisch als reich und ist damit ein lohnendes Ziel für Betteln, Stehlen und schlimmeres. Wenn ich also nach Afrika, Südostasien oder Süd-/Mittelamerika gehe, ist es für die Einheimischen dort sehr offensichtlich, dass ich ein Ausländer bin.
In Zukunft sind bezahlbare Energie und Versorgungssicherheit bei Nahrungsmitteln Trumpf. Ob man nun an eine Verschwörung der Eliten und unheilvoller Geheimgesellschaften glaubt oder nicht, der “Great Reset” als Großprojekt ist ein Fakt. Wie das bei Projekten so üblich ist, gibt es Änderungen, Teilprojekte und einen roten Faden. Als roten Faden bezeichne ich Dinge, die passieren werden und nur geringfügig bis gar nicht beeinflusst werden können. Teilprojekte sind Elemente, die man versucht umzusetzen und die mehr oder weniger gelingen. Nach dieser Definition ist das Ende des USD dominierten FIAT Geldsystems ein Teil des roten Fadens. Es wird definitiv zu Ende gehen. Wer sich ein Land, welches sich in einer Hyperinflation befindet (siehe Argentinien, Türkei, Simbabwe), etwas näher angeschaut hat, der weiß, welche Auflösungserscheinungen in der Gesellschaft dies nach sich zieht. Es ist nicht erstrebenswert in einer solchen Umgebung sein neues Leben zu fristen.
Die gleichmäßige, unterbrechungsfreie Stromversorgung ist zwingend für eine moderne Gesellschaft mit industrieller Produktionsbasis erforderlich. Die Netze sind aber länderübergreifend miteinander verbunden. Vielen ist es nicht klar, dass z.B. die Schweiz mitten im Europäischen Stromverbundnetz eingebettet ist. Das heißt, bei einem großflächigen Blackout auch betroffen wäre. Belarus ist mit dem Netz der Russischen Föderation verbunden, welches noch zu der Zeit der Sowjetunion aufgebaut wurde. Die Baltischen Staaten, Moldau und die Ukraine haben sich bereits dem Europäischen Verbundnetz angeschlossen.
Europa hat keine eigene fossile Energieversorgung, es muss Öl und Gas zum wesentlichen Teil importieren. Bisher über Pipelines aus Russland oder Kasachstan. Aus politischen Gründen ist dieser Import nicht mehr gewünscht und die Abkoppelung wird die Energie in Europa stark verteuern und die dort erzeugten Produkte auf dem Weltmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig sein lassen. LNG ist viel teurer als Gas aus einer Pipeline. Überall im kollektiven Westen steht die Öl- und Gasindustrie unter Druck wegen des Narratives des Klimawandels. In Russland ist das anders und die fossile Brennstoffindustrie ist ein Rückgrat der Russischen Volkswirtschaft.
Die Sanktionen des kollektiven Westens gegen Russland und Weißrussland haben nur die lokale unabhängige Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Agrarsektors ermöglicht und unterstützt. Dadurch ist Belarus und Russland weitgehend autark, was die Versorgung mit Lebensmitteln angeht. In den Niederlanden hingegen stehen die Bauern unter Druck Ihre Höfe und Ihr Land aufzugeben zu Gunsten der Klimaagenda des Great Reset Projekts. Derzeit sind die Niederlande (noch) ein großer Nahrungsmittelerzeuger bzw. -exporteur, was sich aber bei erfolgreicher Umsetzung des Teilprojekts “Farm to Fork” deutlich verringern würde.
Gemäß der vorher anführten Kriterien hat Russland eigentlich die besten Bedingungen, aber eine Einwanderung nach Russland ist sehr schwierig und für die meisten Kandidaten unrealistisch. Der Unionsstaat Belarus hingegen macht die Kenntnis der russischen Sprache nicht zur Voraussetzung, um einen legalen Aufenthaltstitel zu erwerben. Ein weiterer Vorteil von Belarus ist, dass es auf dem Landweg per Automobil zu erreichen ist und man sein Leben nicht einer durchgeimpften Flugzeugcrew anvertrauen muss.
“Aber, aber der Krieg in der Ukraine …!”
Der Konflikt nebenan ist sehr traurig und hoffentlich bald vorbei. Davon ist in Belarus im Alltag nichts zu merken. Natürlich sind die Grenzen zur Ukraine geschlossen und es gibt auch regelmäßige Provokationen von jenseits der Grenzen. Aber die Organe der Regierung in Belarus haben die Situation im Griff und reagieren bisher sehr besonnen.
Mit einer Attacke auf Belarus rechne ich eher nicht, da es ein Verteidigungsbündnis (Unionsstaat) mit der Russischen Föderation gibt und genug nukleare Abschreckungswaffen stationiert sind.

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