Da Belarus ein kleines Land ist mit knapp 10 Millionen Einwohnern, ist auch die Bankenlandschaft eher übersichtlich. Nachfolgend schauen wir uns die wichtigsten Banken an und die Besonderheiten des Marktes.
Bei der Auswahl seiner neuen Kontoverbindung sollte man unbedingt auch einen Blick auf die Liste der systemrelevanten Banken werfen, welche die Nationalbank jährlich veröffentlicht.
Es gibt mehrere Gruppen von Banken, lokale Banken im Staatsbesitz z.B. Belarusbank oder private Banken als Töchter von westlichen Instituten z.B. Priorbank oder Russischen Instituten z.B. Alfabank. Je nachdem was man mit der Bank machen möchte empfiehlt es sich eventuell auch mehrere Bankverbindungen zu unterhalten.
Die Gebühren der Banken sind höher als in Deutschland, wo eine höhere Konkurrenz im Markt herrscht. Man sollte also, wenn man eine Inlandsüberweisung machen möchte, stets vorher nach den anfallenden Gebühren schauen, um keine böse Überraschung zu erleben.
Welche Kriterien sollte man als Ausländer bzw. TRP Inhaber bei der Auswahl seiner Bankverbindung anlegen?
- Systemrelevanz
- Benutzerfreundliche App
- Gebührenhöhe
- Netz an Filialen und Geldautomaten
Die wichtigsten Banken habe ich nachfolgend kurz beschrieben und verlinkt.
- (Sparkasse) Belarusbank – Größte staatl. Bank in Belarus nach Bilanzsumme.
- Belagroprombank – Vom SWIFT System ausgeschlossene staatl. Bank.
- Priobank – Eine Tochter der österreichischen Raiffeisen-Gruppe
- Alfabank – Eine Bank im Privatbesitz mit russischem Mutterinstitut
- Sber Bank – Tochterinstitut der gleichnamigen Russischen Großbank
- Belvnesheconombank (Belveb)
- Belgazprombank – Im Besitz der Russischen Gazprombank und Gazprom
- Belinvestbank (Belarussische Bank für Entwicklung und Wiederaufbau)
- MTBank – Im Besitz eines Weißrussischen Geschäftsmanns
- VTB Bank (Belarus) – Tochterinstitut der gleichnamigen Russischen Großbank
- Belarussische Volksbank (BNB) – Im Besitz der Britischen Bank of Georgia Group
Die Transaktionen und Gebühren unterscheiden sich deutlich von dem, was man in Deutschland gewohnt ist. So können manche Banken keine Daueraufträge einrichten und Lastschriften sind gänzlich unbekannt. Die Gebühren können sich auch öfter mal ändern und plötzlich bekommt man eine Mitteilung, dass eine neue unangenehme Gebühr eingeführt wurde.
Wenn man eine Überweisung durchführen möchte zu einer anderen Bank, sollte man sich stets über die anfallenden Gebühren vorher informieren, um eine böse Überraschung zu vermeiden. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Überweisungsgebühren nicht immer vernachlässigbar und bewegen sich manchmal im Prozent-Bereich. Auch muss man bei der Bezahlung von Rechnungen an Firmen oder Freiberufler, deren Steuernummer (UNP) angeben, was wieder die anfallenden Gebührensätze beeinflusst. Diese höheren Gebührensätze führen dazu, dass ein Vermieter oft die Miete in bar abholen möchte und nicht überwiesen haben will.
Das Transferieren von größeren Beträgen aus dem Ausland ist seit der Einführung von Sanktionen seitens der EU und USA ein kompliziertes Unterfangen und man sollte sich stets aktuell erkundigen, welche Möglichkeiten zu welchen Konditionen aktuell bestehen. Aus geopolitischen Gründen ist das ein Thema, welches sich stets weiterentwickelt und immer wieder für Überraschungen sorgt. Leider sind die üblichen einfachen Wege wie z.B. Wise.com oder Revolut bzw. Moneygram und WesternUnion versperrt. Weil im Ausland herausgegebene Bankkarten nicht immer funktionieren sollte man immer Rubel in bar mitführen, um in der Lage zu sein die Rechnung im Restaurant zu bezahlen, und nicht Teller waschen zu müssen. Bleibt man länger, sollte man sowieso besser ein Konto bei einer lokalen Bank eröffnen. Dann funktioniert auch die Bankkarte im Land überall, es sei denn das Terminal ist offline. Aber auch die Weißrussen wissen, nur Bares ist Wahres.
Da aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit die lokale Bevölkerung ihrer Landeswährung eher skeptisch gegenüber steht, werden viele, insbesondere teurere Transaktionen, wie z.B. Immobilien, Autos, aber auch Miete in USD gepreist und dann lediglich in Landeswährung umgerechnet.
Geldanlagen in Termingeld (Depositen) unterliegen der Quellensteuer von 13% und sind in Landeswährung BYN bei Anlagedauer größer ein Jahr steuerfrei, bei Fremdwährung (USD/EUR/RUB/CYN/…) größer 2 Jahre.
Die Umtauschkurse für Fremdwährungen kann man auf verschiedenen Webseiten einsehen. Eine empfehlenswerte davon ist Myfin.by, welche auch aktuelle Finanznachrichten aus Belarus veröffentlicht.
Obwohl Belarus nicht am CRS (Common Reporting Standard) teilnimmt, melden die Banken alle Transaktionen an die staatliche Belarussische Steuerbehörde. Das heißt, man kann davon ausgehen, dass alle Transaktionen auf dem Konto auch dem Finanzamt bekannt sind, während in Deutschland das Finanzamt lediglich Stichproben von den Banken anfordert. Erhält man zum Beispiel zu viele Spenden/Zuwendungen von Dritten, geht das Finanzamt davon aus, dass Steuern anfallen, da es sich um (Erwerbs-)Einkommen handelt.