So (ähnlich) fragt Horst Lüning in seinem Video Blog und führt eine Liste mit 16 Quellen unter dem Video auf. Auf diese stützt er seine Überzeugung bzw. Prognose, dass es wieder einen Krieg in Europa geben wird in den nächsten 5 Jahren.
Leider ist er nicht der erste bzw. einzige, der diesen schwerwiegenden Verdacht hegt und äußert. So machte der US-amerikanische Journalist Tucker Carlson in einem Interview in der Adam Carolla Show die Aussage, dass er der Überzeugung ist, das wir bis zur Präsidentschaftswahl in den USA mit einem heißen Krieg zwischen Russland und der USA/NATO in Europa rechnen müssen.
Auf General a.D. Harald Kujat gab in seinem Interview bei der Weltwoche eine Ausbreitung des Krieges in Europa zu bedenken.
Also alles begründete Prognose oder doch nur Panikmache?
Dazu habe ich mir dann auch noch mal so meine Gedanken gemacht und ein paar weitere Puzzleteile nach dem Schema von Herrn Lüning gesammelt.
Polen rüstet auf. Die USA werden Polen für 12 Milliarden US-Dollar bis an die Zähne bewaffnen. Auch war Polen auf Kredit in Süd-Korea Rüstungsgüter einkaufen und hat der dortigen Rüstungsindustrie einen Rekordauftrag an Panzern, Haubitzen und Schützenpanzern beschert. Zumindest schont dies, die bereits überlasteten Fertigungskapazitäten in Europa. Ganz nebenbei wird noch ein neues Gesetz auf den Weg bzw. ins Parlament eingebracht, welches die Kommandostrukturen überholt und dem Präsidenten schnelleres Handeln bei einer Bedrohungslage ermöglichen soll.
Die Grenze zu Belarus schließt sich langsam. Litauen hat die Schließung von 2 der 6 Grenzübergänge zu Belarus am 18.8.23 durchgeführt und vorgeschlagen 2 weitere zu schließen. Der stellvertretende Innenminister Polens hat eine komplette Schließung der Grenze zu Belarus angedroht, falls weitere Provokationen stattfinden.
Die Baltischen Staaten machen mobil. Das große Militärmanöver Ussisõnad begann in Estland am 28.8.23 und dauert bis 08.10.23. Auch Deutschland hat Truppen für eine Stationierung in Litauen zugesagt, aber es gibt Verzögerungen, da dies die erste permanente Truppenstationierung außerhalb des Bundesgebietes darstellt. Ein Spiegel Artikel beleuchtet die Hintergründe dazu.
Wähle eine Seite, bzw. Entflechtung. Der Vermischung von Bürgern (und Kultur), welche jenseits der eigenen Grenze leben, wird durch verschiedene Maßnahmen von Osten und Westen entgegengewirkt. Der Präsident von Belarus beschließt im Dekret 278, dass Pässe weißrussischer Staatsbürger, welche langfristig im Ausland leben, nur in Belarus, nicht in einer Botschaft, neu beantragt werden können, wenn sie ablaufen, oder verloren gehen. Zeitgleich verlangen die Behörden in Lettland, dass Bürger mit Russischem Pass eine Sprachkenntnisprüfung ablegen, um die Aufenthaltsgenehmigung zu behalten. Dabei werden aber nicht nur lettische Sprachkenntnisse abgeprüft, sondern auch die politische Haltung insbesondere bezogen auf Russland im Ukrainekonflikt.
Meine Schlussfolgerungen
Die Lage ist ernst und spitzt sich zu. Es wird auf Seiten der NATO/EU und insbesondere der Anrainer Staaten regelmäßig weiter eskaliert und provoziert. Bisher reagiert man in Belarus und in der Russischen Föderation eher besonnen aber auch zunehmend bestimmt auf die Provokationen. Da die USA der größte Geldgeber für das Projekt “Ukraine” ist, vermute ich, dass auch von dort die Signale für die weitere Entwicklung ausgehen werden. Dabei verdient der Zeitplan zur Präsidentschaftswahl im Oktober 2024 in Bezug auf den Wahlkampf eine besondere Beachtung. Wie kann die Entwicklung im Ukrainekonflikt dem amerikanischen Wahlvolk verkauft werden und wer kann als Schuld zugewiesen bekommen, wenn es nicht erfolgreich für die USA verläuft? Die Spindoctores von Präsident Biden machen sicher bereits Überstunden, um die möglichen Szenarien und Narrative auszuarbeiten. Die Spannungen sind so hoch – irgend etwas wird nachgeben müssen in den kommenden Wochen und dann wird es darauf ankommen, ob die Regierung der USA final eskaliert oder einen Rückzieher macht. Ich sehe mit großer Sorge in die nahe Zukunft bis Oktober 2024.

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